Mehr als etwas Babyspeck

Hat der aber süße Pausbäckchen! Ein bisschen Babyspeck gehört bei den Kleinsten sicher dazu, aber bei der acht Monate alten Chachat aus Indien ist dieser Punkt längst überschritten.

Das Baby zählt bereits jetzt zu den dicksten seiner Altersklasse und hat den Hunger einer 10-jährigen. Durch das massive Gewicht kann das Kleinkind sich kaum bewegen und hat Probleme beim Schlafen und Atmen. Laut der Eltern haben die Ärzte keine Erklärung für Chachats stetige Gewichtszunahme. Die Mutter gibt an, dass das Mädchen mit Normalgewicht geboren wurde und dann stetig extrem zugenommen hat. Verweigert man ihr die Nahrung reagiert sie mit starkem Weinen.

Der behandelnde Arzt der Familie kennt keinen vergleichbaren Fall. Hinzu kommt, dass durch Chachats Fettpolster und ihre sehr robuste Haut genauere Untersuchungen und Bluttests angeblich nur schwer möglich sind. Somit kann keine gesicherte Diagnose gestellt werden. Die Eltern können ihre Tochter mittlerweile kaum noch heben.

Ein Foto kannst du auf der Instagram Seite dawnnewstv|instagram finden.

Jedes 5. Kind in Deutschland bereits übergewichtig

Chachat ist sicherlich ein extremer Einzelfall, jedoch leidet in Deutschland mittlerweile jedes fünfte Kind an Übergewicht. Aber wo hört der normale Babyspeck auf und fängt Übergewicht an?

Ob das Kind für sein Alter zu dick ist kannst du ganz einfach mit dem BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausfinden. Zudem wird das Gewicht beim zuständigen Kinderarzt, bei den Vorsorgeuntersuchungen permanent überprüft. Doch woran könnte es liegen, wenn sich bereits bei Babys eine ungesunde Gewichtszunahme einstellt?

Genetische Veranlagung

Leidet eine übergewichtige Frau bereits an Schwangerschaftsdiabetes, enthält ihr Blut zu viel Zucker. Der Fötus nimmt alles was er von der Mutter kriegen kann und ist dabei einer anhaltenden Zuckerschwemme ausgesetzt. Somit wird schon früh das Gehirn umprogrammiert und die Kinder haben das Gefühl nicht satt zu werden. Dies kann sich bereits auf das spätere Leben auswirken.

Betroffene haben häufiger Übergewicht, Diabetes und außerdem steigt das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden.

Falsch interpretierte Signale

Fälschlicherweise wird oft angenommen, dass Schreien und Weinen automatisch Hunger bedeuten. Oft steckt etwas ganz anderes dahinter, aber das Kind bekommt trotzdem Nahrung, obwohl es eigentlich gar keinen Hunger hat. Somit beruhigt es sich zwar, speichert aber ab, dass Essen gegen allerlei Unwohlsein hilft. Ein Mechanismus tritt in Kraft, der sich später nur schwer wieder abgewöhnen lässt.

Zu wenig Bewegung

Bewegungsmangel ist ein Problem der heutigen Generation. Dabei kann schon kleinen Kindern z.B. durch Babyturnen die Freude an Bewegung vermittelt werden. Bei der Nahrungsaufnahme gilt: wer viel isst, muss sich folglich auch viel bewegen. Zu wenig körperliche Aktivität begünstigt die Entstehung von Übergewicht.

Falsche Ernährung

Weitere Faktoren, die Übergewicht begünstigen können sind z.B. der überwiegende Verzehr von Fertigprodukten, zu viele zuckerhaltige Getränke, zu salzhaltige Nahrungsmittel oder ein insgesamt sehr ungesundes Ernährungsverhalten der nahestehenden Personen mit Vorbildfunktion.

Desweitern kann es vorkommen, dass das Milchpulver bei Kindern, die nicht gestillt werden falsch bzw. zu hoch dosiert wird. Hier ist es wichtig genau auf die Herstellerangaben zu achten. Später sollte überwiegend gesunde und zuckerfreie Beikost gegeben werden.

Wenn du trotz allem das Gefühl hast, das Essverhalten deines Kindes nicht mehr kontrollieren zu können, oder der Nachwuchs immer weiter an Gewicht zulegt, solltest du das Gespräch mit dem behandelnden Kinderarzt suchen. Dein Kind wird es dir später danken, denn die Grundlage für eine gesunde Einstellung zum Essen wird bereits in den frühen Lebensjahren gelegt.

 

Bildquelle: antoniodiaz|Shutterstock.com

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