Die Vorrichtung für Charlie

Wie man Charlie beschwört

Sieben Kinder sitzen in einem abgedunkelten Raum im Kreis und halten sich an den Händen. In der Mitte liegen zwei Farbstifte über Kreuz auf einem Blatt. In den Ecken steht Yes und No in Schreibschrift geschrieben. Im Einklang sprechen sie immer wieder „Charlie, Charlie, bist du da?“ oder stellen Fragen, auf die mit Ja oder Nein geantwortet werden kann. Man darf nur unter keinen Umständen fragen, ob er Verstecken spielen will, denn sonst kommt er und holt dich!

Charlie ist das neue Gläserrücken, die neue Bloody Mary und eine Horrorstory die zurzeit in vielen Schulen die Runde macht. Man sagt, durch den Sprechgesang kann man den kleinen Charlie beschwören, der durch Drehungen der Stifte eine Antwort gibt.

 

Im Wald verhungert oder bei einem Autounfall gestorben

Laut manchen Kindern und Jugendlichen ist Charlie ein kleiner Junge, der aus Versehen seinen Bruder getötet hat. Seine Mutter war darüber so sauer, dass sie Charlie alleine im Wald ausgesetzt hatte, unter dem Vorwand Verstecken spielen zu wollen. Charlie starb einsam im Wald, von seiner Mutter zurückgelassen.

Laut anderen Kindern kam der jugendliche Charlie bei einem Autounfall ums Leben kam. Um sich zu rächen verflucht er andere Kinder die ihn beschwören.

Wo er lebte? Manchmal in Amerika, manchmal in Mexiko und manchmal in Deutschland. Er war zwischen 6 und 10 Jahren alt, auch hier gab es viele Ungereimtheiten.

So wirklich wusste also keiner der Kinder, was es mit der Geschichte auf sich hat. In einem waren sie sich aber sicher. Der verstorbene Charlie bewegt die Stifte, die sie fein säuberlich übereinander platziert haben.

Und ab und zu bewegte sich der Stift. Er drehte sich oder rollte vom Blatt. Die Kinder erschreckten sich, rannten panisch durch den Raum und beobachteten ganz genau, ob sich etwas im Raum bewegte oder veränderte.

Wie das passieren konnte? Natürlich gab der ruhelose Geist eine Antwort. Vielleicht pustete auch eines der Kinder um den Stift zu bewegen, aber nur aus Versehen und unbewusst. Oder aber um sich einen Spaß zu erlauben und die anderen Kinder zu erschrecken.

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Charlie geistert schon seit 2015

Charlie kommt nicht aus Mexiko und auch nicht aus Deutschland. Er kommt aus Hollywood. Genau genommen war das mysteriöse Spiel ein kluger Werbegag um den Horrorfilm THE GALLOWS zu promoten, der Ende 2015 ins Kino kam. Das Internet und die zahllosen Videos auf Twitter, Facebook und Youtube haben dazu beigetragen, dass sich Kinder und Jugendliche aus aller Welt die Gruselgeschichte untereinander erzählen.

 

Und trotzdem ist Charlie nur ein Spiel

Für Eltern ist es wichtig zu wissen, was unter den Kindern gerade wichtige Themen sind. Das Charlie Spiel, genau wie jede andere Gruselgeschichte, können Kinder und Jugendliche verunsichern und verängstigen. Deshalb ist es wichtig, dass du mit deinem Kind darüber sprichst. Mache ihm klar, dass Charlie eine erfundene Figur ist. Erkläre ihm, warum sich die Stifte manchmal bewegt haben und führe ihm vor, dass schon ein kleiner Atemstoß den Stift in Bewegung bringen kann. Vielleicht spielst du sogar eine Runde mit. Gönne ihm den Nervenkitzel und den Spaß an der Angst. Es müssen nur alle Beteiligten wissen, dass es keinen Charlie gibt.

 

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