Energy Drinks sind bei Kindern beliebt

Jedes 13. Kind trinkt Energy Drinks

Red Bull, Monster, Action und Rockstar, das Sortiment ist vielfältig und in jedem Supermarkt und an jeder Tankstelle zu finden. Energy Drinks sind schon lange kein Nischenprodukt mehr, sondern sind längst in der Gesellschaft angekommen. Alleine Red Bull hat im Jahr 2016 über sechs Milliarden Dosen seines beliebten Energy Dink verkauft. Aber nicht nur unter Erwachsenen sind die vermeintlichen Energiespender beliebt. Laut einer EU Studie trinken circa 13 Prozent der 6 – 10 jährigen Kinder wöchentlich durchschnittlich 0,6 Liter Energy Drinks.

Hoher Coolness-Faktor unter Kindern

Doch warum greifen so viele Kinder zu Energy Drinks? Zum einen werden Energy Drinks stark beworben. In Fernsehwerbungen und Onlinewerbungen suggerieren sie eine erhöhte Konzentration und einen enormen Leistungzuwachs. Die Dosen sind oft in knalligen Farben gestaltet und haben “coole” Namen. Für Kinder spielt der Coolness-Faktor eine wichtig Rolle. Zum anderen fühlen sich Kinder durch den Genuss von Energy Drinks erwachsen, da unzählige Erwachsene und Vorbilder im Sport und Fernseher dafür werben.

Auch der Geschmack spielt eine große Rolle. Energy Drinks schmecken sehr süß und werden in unzähligen Geschmacksrichtungen angeboten. Durch den hohen Zuckeranteil wird der eigentlich bittere Geschmack von Koffein überdeckt. Beispielsweise wird Red Bull oft mit “flüssigen Gummibärchen” beschrieben. Es gibt aber auch Energy Drinks die ähnlich wie Fanta oder andere Limonaden schmecken.

Zusätzlich sind Energy Drinks mittlerweile sehr günstig zu erwerben. Eine 500 ml Dose Monster kostet circa 1,60 Euro, eine 250 ml Dose Red Bull kostet circa 1 Euro. Discounter bieten 250 ml von eher unbekannten Marken bereits ab 25 Cent an. Somit sind auch größere Mengen mit einem kleinen Taschengeld bezahlbar.

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Dürfen Energy Drinks an Kinder verkauft werden?

Anders als E-Zigaretten, Shishas und alkoholische Getränke gibt es kein gesetzliches Mindestalter in Deutschland für den Erwerb von Energy Drinks. Die meisten Unternehmen haben keine Maßnahmen zum Jugendschutz, die die Abgabe an Kinder einschränkt. Lediglich die Drogeriekette Rossmann wurde aktiv und hatte 2015 ihre Filialen angewiesen, Energy Drinks erst an Jugendliche ab einem Alter von 16 Jahren zu verkaufen. Diese Altersgrenze ist jedoch freiwillig und keine gesetzliche Vorgabe. Bisher ist Litauen das einzige Land in der EU, dass seit 2014 den Verkauf von Energy Drinks an Kinder und Jugendliche erst ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt.

Hinweis erhöhter Koffeingehalt Enegry Drinks

10 Stücke Zucker und Koffein – Die Gefahren von Energy Drinks

Energy Drinks bestehen zum Großteil aus Wasser, Zucker, Koffein und Taurin. In 250 ml Red Bull stecken circa zehn Stück Würfelzucker. Der Koffeingehalt hat mit 32 mg pro 100 ml den gesetzlich zulässigen höchstwert in Deutschland. In einer 250 ml großen Dose, was die Standard Füllmenge der meisten Energy Drinks ist, sind dementsprechend 80 mg Koffein. Das ist circa die dreifache Menge Koffein, die in der gleichen Menge Cola steckt.

Laut der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) liegt die tägliche Höchstmenge für Koffein, die ein gesunder Erwachsener zu sich nehmen sollte, bei 5,7 mg/kg Körpergewicht am Tag. Das sind circa 400 mg Koffein, also ungefähr 5 Kaffee oder 5 Energy Drinks. Bei Kindern ist die tägliche Höchstmenge bei 3 mg/kg Körpergewicht angesetzt. Diese Menge kann bereits durch eine 500 ml Dose erreicht werden.

Der zweite Zusatzstoff Taurin, mit dem viele Hersteller werben, regt die Synthese der Hirnbotenstoffe an und verstärkt die Wirkung von Koffein noch zusätzlich.

Die Folgen von zu viel Koffein können Übelkeit, Herzrasen, Nervosität, Angstzustände, Bauchschmerzen, Bluthochdruck oder Herzrhytmusstörungen sein. Die Effekte sind also, anders wie beworben, nicht nur leistungssteigernd, sondern beherbergen auch ein Gesundheitsrisiko. Zwar steht auf der Rückseite der Dose “Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen.”, dieser ist jedoch in kleiner Schrift geschrieben und auf den ersten Blick kaum erkenntlich.

Vor allem in Verbindung mit Alkohol, wie es bei vielen Jugendlichen beliebt ist, wird das Risiko von Herz-Rhythmus-Störungen noch weiter verstärkt.

2017 Starb der 16 jährige Schüler Davis Allen Cripe aus South California, nachdem er innerhalb kürzester Zeit koffeinhaltige Getränke konsumierte.

Soll ich meinem Kind Energy Drinks verbieten?

Wie so oft in der Erziehung, machen Verbote die Sache für Kinder meist interessanter. Unserer Meinung nach gehören Energy Drinks nicht in die Hände von Kindergarten- und Grundschulkinder. In weiterführenden Schulen ist es dann schwierig bis unmöglich den Konsum zu kontrollieren. Wichtig ist, dass du deinem Kind die Risiken aufzeigst und ihm einen verantwortungsbewussten Umgang mit Energy Drinks aufzeigst. Es gibt auch leckere alternativen wie zum Beispiel Eistee oder Säfte, die ganz ohne Koffein auskommen. Wie so oft gilt bei Genussmitteln –  die Menge machts.

Beim Bundeszentrum für Ernährung gibt es einen tollen Flyer zum Thema.

 

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