Fortnite wird von mehreren Millionen Kindern gespielt

Der Hype um Fortnite geht an Kindern nicht vorbei

Fortnite erschien Mitte 2017 auf der Playstation, der Xbox und dem Computer und hatte ursprünglich den Namen Fortnite – Rette die Welt. In dem Shooter ging es darum, die Welt vor Zombies zu retten. Hierzu bauten sich die Spieler eine eigene Basis auf, die sie dann bei Nacht verteidigen mussten. Je länger die Basis verteidigt wurde, um so stärker wurden die Gegner. Hierher kommt übrigens auch der Name Fortnite – “Fort” steht für die eigene Festung und “Nite” für Nacht.

Fortnite – Rette die Welt wurde als Vollpreisspiel verkauft und hatte nur einen mäßig kommerziellen Erfolg. Zu dieser Zeit feierte ein Spiel namens PUBG  – Player Unknown Battlegrounds – einen riesigen Erfolg und führte das Spielprinzip Battle Royale für die breite Spielerschaft ein, was viele Kinder und Jugendliche neugierig machte.

Was ist Battle Royale

In dem Spielmodus Battle Royale treten 100 menschliche Spieler gegeneinander an und versuchen sich gegenseitig zu eliminieren, der letzte Überlebende hat gewonnen. Auf der Streamingplattform Twitch schauten zeitweise über 200 000 Zuschauer bei PUBG zu. Wochenlang war PUBG eines der meistgespielten Spiele und hatte auf seinem Höhepunkt über 3 000 000 Spieler.

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Das Comeback von Fortnite

Nachdem Fortnite – Rette die Welt nur mäßigen Erfolg hatte und der Hype um Battle Royale entfacht war, kam ein zweiter Spielmodus hinzu, der für die Spieler recht unerwartet und ohne große Vorankündigung veröffentlicht wurde. Unter dem Namen Fortnite – Battle Royale startete das Spiel einen Siegeszug, der seinesgleichen sucht und Millionen von Kindern und Schülern in seinen Bann zieht. Inzwischen hat Fortnite – Battle Royale über 200 000 000 registrierte Spieler und einen Gewinn von 3 000 000 000 0000 $ (3 Milliarden!) im Jahr 2018 erwirtschaftet. Inzwischen ist Fortnite – Battle Royale auch auf Smartphones verfügbar.

Wer hinter Fortnite steckt

Fortnite wird vom Entwicklerstudio Epic entwickelt, das auch eine Hauseigene Spieleengine entwickelt hat, die von anderen Spieleentwickler lizenziert werden kann. Eine Enigne ist das Grundgerüst, mit dem Spiele entwickelt werden. Fortnite basiert auf dieser hauseigenen Engine, so dass Epic schnell reagieren konnte und sich die Beliebtheit des Battle Roayale Genre zu Nutze machte.

Bereits kurz nach Veröffentlichung stiegen die Spielerzahlen rasant an, so dass Fortnite bald beliebter als sein Konkurrent PUBG war. Im Juni schauten gleichzeitig über 1 500 000 Zuschauern auf Twitch bei Fornite zu, was ein neuer Rekord war.

Wie sich Fortnite spielt

Zu Beginn jeder Runde springen die Spieler über einer Karte ab und landen mit einem Fallschirm an einem selbst gewählten Punkt auf der Karte. Insgesamt spielen 100 Spieler gegeneinander, die alle das selbe Ziel verfolgen, nämlich der letzte Überlebende zu sein. Gespielt werden kann alleine oder im Team.

In Fortnite springen die Spieler mit einem Fallschirm ab

Ausgerüstet sind die Spieler zu Beginn nur mit einer Spitzhacke, mit der verschiedene Ressourcen abgebaut werden. Ein wichtiger Bestandteil von Fortnite ist das Bauen. Mit den Ressourcen können, wie auch in Fortnite – Rette die Welt, Festungen gebaut werden, die als Schutz oder Ablenkung dienen.

Die Waffen, mit denen die Gegner eliminiert werden, sind auf der Map verteilt und müssen zu Beginn der Runde eingesammelt werden. Es stehen verschiedene Waffenarten zur Verfügung – Pistolen, Maschinengewehre, Raketenwerfer und verschiedene Fallen, die aufgestellt werden.

Nach jeweils wenigen Minuten wird das Spielfeld durch einen aufkommenden Sturm verkleinert, in dem sich der Spieler nicht aufhalten darf, da er sonst Schaden nimmt. Am Ende der Runde haben die Spieler dementsprechend nur noch wenige Meter auf denen sie sich bewegen können, so dass Konfrontationen nicht auszuweichen sind.  Kurz gesagt – der letzte Überlebende gewinnt.

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Warum Fortnite von Millionen Kindern gespielt wird

Anders als viele Shooter ist Fortnite kostenfrei aus dem Internet herunterladbar und setzt auf einen bunten Grafikstil und eine humorvolle Darstellung, was für Kinder und Jugendliche anziehend wirken kann. Auf explizite Gewaltdarstellungen wie zum Beispiel abgetrennte Körperteile oder Blut verzichtet man.

Ein besonderer Reiz ist das taktische Vorgehen, die Kommunikation und Absprachen mit seinen Teamkollegen. Nur wer überlegt und vorsichtig vorgeht, hat eine Chance sich gegen 99 andere Spieler durchzusetzen. Die Runden sind mit circa 20 bis 25 Minuten recht kurz, so dass keine Langeweile aufkommt und auch mehrere Runden hintereinander gespielt werden können.

Die Mischung aus Herausforderungen und Belohnungen macht den wohl größten Reiz von Fortnite für viele Kinder aus. Für jede abgeschlossene Runde gibt es Erfahrungspunkte, die den Spieler in ein höheres Level aufsteigen lassen. Als Belohnung gibt es verschiedene optische Anpassungen für den Charakter. Die grüßte Belohnung ist natürlich, gegen 99 andere Spieler zu gewinnen. Hier liegen Glücksgefühle und Wut nah beieinander, so dass Kinder durchaus stark emotional reagieren können.

Sollten Kinder Fortnite spielen?

Hinter dem bunten Grafikstil und der humorvollen Umsetzung steckt trotz alledem ein Shooter, bei dem es darum geht, andere virtuelle Spielfiguren mit Waffengewalt zu erschießen. Jedoch wird die Gewalt in Fortnite nicht realistisch oder gar gewaltverherrlichend dargestellt, so dass Kinder die Darstellung als fiktiv erkennen können. Die USK kommt zu einer Alterseinschätzung von 12 Jahren. Besonders sensible Kinder oder Jugendliche und jüngere Kinder sollten Fortnite trotzdem nur bedingt spielen.

Fortnite hat durch sein kurzweiliges Spielprinzip und die virtuellen Belohnungen eine enorm hohe Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche. “Nur noch eine Runde und dann mache ich den PC aus” – diesen Satz hören Eltern wohl tagtäglich. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern die Zeit am PC oder der Konsole regulieren und im Blick haben.

Wichtig ist auch, wie bei allen anderen Onlinespielen, dass das Kind keine persönlichen Daten von sich preisgibt. Fortnite verfügt über einen Chat, in dem sich die Spieler untereinander austauschen können.

Für den größten Kritikpunkt halten wir allerdings den Ingameshop, in dem gegen Echtgeld verschiedene Outfits gekauft werden können, denn so finanziert sich Fortnite. Und hier wird es richtig teuer. Ein Outfit kann bis zu 20 Euro kosten. Durch die zeitlich begrenzte Verfügbarkeit werden die Kinder animiert die Gegenstände möglichst schnell zu kaufen, da man nur schwer voraussagen kann, ob und wann die Outfits wieder verfügbar sind. Inzwischen gibt es weit über 200 visuelle Anpassungen, die gekauft werden können. Eltern sollten deshalb die Telefon- und Kreditkartenrechnungen genau im Blick haben, ansonsten kann durchaus vorkommen, dass eine Rechnung über 1250 Euro ins Haus flattert.

Der Erfolg von Fortnite haben inzwischen auch Betrüger erkannt und nutzen die Ahnungslosigkeit der Kinder aus. Auf verschiedenen Internetseiten, die im Internet aggressiv beworben werden, wird dem Spieler suggeriert, kostenlose Gegenstände zu bekommen. Nachdem man seine Accountdaten eingegeben hat, ändert der Betrüger das Passwort und übernimmt die Kontrolle über den Account, auf dem im schlimmsten Fall Zahlungsdaten hinterlegt sind. Warne dein Kind vor solchen Fallen, denn es gibt keine Möglichkeit die Gegenstände durch Tricks zu erhalten.

Macht Fortnite süchtig?

Viele Eltern stellen sich die Frage, ob Fortnite süchtig macht. Wir sind der Meinung, dass Fortnite nicht süchtiger macht, als alle anderen Computerspiele oder Medien, zu denen Kinder im Alltag Zugang haben. Fotnite motiviert Kinder und Jugendliche durch sein spannendes Spielprinzip, welches auf Belohnungen, Emotionen und eine steile Lernkurve aufbaut. Dies tun aber fast alle erfolgreichen Videospiele. Jedoch hat Fortnite den ungemeinen Vorteil, dass es inzwischen nicht nur auf Konsolen und dem Computer verfügbar ist, sondern auch auf fast allen gängigen Smartphones und somit extrem verbreitet ist. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Eltern einen genauen Blick darauf haben, wann und wo das Kind spielt und gegebenenfalls Zeiten festlegen.

Unsere Meinung

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass Kinder und Jugendliche bedenkenlos Fortnite spielen können, solange gewisse Regeln eingehalten werden. Ein vorheriges Zeitkontingent sollte festgelegt sein, genau wie die finanziellen Mittel, die das Kind zur freien Verfügung hat.

Wie bei allen Computerspielen ist das Maß entscheidend. Soziale Kontakte und die Schulnoten dürfen nicht unter Computerspielen leiden, ansonsten steht einer spannenden Runde Fortnite nichts im Wege. Im übrigen sind emotionale Reaktionen wie Wut oder Ärger beim Spielen durchaus normal und sollten im gewissen Rahmen zugelassen werden. Denn auch Kinder möchten Spiele gewinnen und können sich über Erfolg, aber auch Misserfolg motivieren.

Neben den Risiken haben Computerspiele wie Fotnite auch positive Aspekte. So wird die Hand-Augen-Koordination, das räumliche Denken gefordert und die Problemlösekompetenz positiv verstärkt. Und vor allem – es macht den Kindern Spaß!

©2017 - 2019 Dear Mama

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