Spiele mit der USK 16 und USK 18 Kennzeichnung

Computerspiele liegen im Trend. Im Jahr 2015 hat der Computer- und Konsolenspielemarkt einen Umsatz von 2,81 Milliarden Euro in Deutschland generiert. Diese Zahl hat der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware errechnet. Aber welches Computerspiel darf dein Kind spielen? Dieser Frage sind wir nachgegangen.

Welche Bedeutung hat die USK? Und was heißt USK eigentlich?

Die Zielgruppe der Videospielindustrie reicht von Kleinkinder bis zu Erwachsenen. Um zu prüfen welches Spiel für welches Alter geeignet ist, wurde die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) gegründet. Im Gegensatz zur FSK prüft die USK ausschließlich Videospiele. Anders als der Name erstmal vermuten lässt, ist die USK keine freiwillige Selbstkontrolle. Sie ist mittlerweile ein vorgeschriebener Prozess, den jeder Spielehersteller bewältigen muss, um ein Videospiel auf dem deutschen Markt veröffentlichen zu können.

Wie werden Videospiele von der USK geprüft?

In Deutschland gelten weltweit die verbindlichsten Regeln für den Verkauf von Videospielen. Die USK ist unter dem Jugendschutzgesetz als zuständiges Kontrollinstrument staatlich anerkannt.

Bevor die Prüfung beginnt, wird das Videospiel auf technische Lauffähigkeit und Vollständigkeit der Prüfunterlagen geprüft. Mitarbeiter der USK spielen das Spiel von Anfang bis Ende um einen umfassenden Eindruck zu bekommen. Wurde das Spiel vollständig zu Ende gespielt, erstellen die Mitarbeiter einen Bericht und eine Präsentation, die alle relevanten Details im Bezug auf den Jugendschutz enthält. Der ausgearbeitete Bericht wird an ein Prüfungsgremium übergeben, welches aus vier Jugendschutzsachverständigen und einem Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden besteht und dort präsentiert.

Die Gutachter haben die Möglichkeit das Spiel selbst zu spielen um sich ein eigenes Bild machen zu können. Viele Gutachter sind Hauptberuflich als Pädagogen oder Sozialwissenschaftler tätig und haben somit direkten Bezug zur Pädagogik.

Aufgrund dieser Präsentation wird das Spiel von dem Prüfgremium nach den Kriterien der USK im Hinblick auf den Jugendschutz bewertet und in eine der fünf Altersgruppen eingeteilt. Welche Altersfreigabe das Spiel erhält, hängt vor allem von der Gewaltdarstellung, der Komplexität und anderen jugendgefährdenden Inhalten ab.

Rayman USK 12

Das Bild stammt aus dem Jump and Run Rayman mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren

Manchmal auch Jugendgefährdend und Gewaltverherrlichend

Es kann aber auch vorkommen, dass die Gutachter der Meinung sind, dass das Spiel schwer Jugendgefährend oder sogar den Straftatbestand der Gewaltverherrlichung erfüllt. In diesem Fall wird das Computerspiel von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ein weiteres Mal geprüft und entschieden, ob das spiel indiziert wird, oder nicht.

Wurde das Spiel indiziert, dass es nicht offen verkauft und beworben werden.

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Die fünf USK Kennzeichen

Die USK Kennzeichen sind auf der Spieleverpackung gut sichtbar auf der Vorderseite angebracht. Auch auf dem Datenträger, also auf der CD selbst, befindet sich das Kennzeichen. Den § 14 Jugendschutzgesetz findest du hier.

 

Altersfreigabe ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG.

Spiele ohne Altersbeschränkung richten sich sowohl direkt an Kinder als auch an Erwachsene. Es handelt sich um familienfreundliche Spiele, beispielweise Jump and Runs, Sportspiele oder Geschicklichkeitsspiele. Der Spielinhalt darf keine Gewaltdarstellungen aufweisen und Kinder nicht mit ängstigenden Inhalten konfrontieren. Die Spielaufgaben sind kindgerecht und setzen den Spieler unter keinen hohen Handlungsdruck. Meistens ist der Grafikstil freundlich und farbenfroh.

 

Altersfreigabe ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG.

Spiele ab 6 Jahren sind überwiegend familienfreundlich und unwirklich. Kinder ab circa 6 Jahren entwickeln die Fähigkeit zwischen der Darstellung und den Inhalten der Spielewelt und der Wirklichkeit zu differenzieren. Die Spieleaufgaben sind temporeicher, spannender und erfordern einige Grundfähigkeiten der Hand Augen Koordination. Die Spiele sind oft in Fantasy- oder Märchenwelten angesiedelt. Kampfdarstellungen, sofern vorhanden, werden abstrakt gezeigt, es fließt also kein Blut.

 

Altersfreigabe ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.

Spiele ab 12 Jahren sind kampfbetonter, komplexer und oft in einem futuristischen und mystischen Kontext angesiedelt, so dass sie noch ausreichend Distanzierungsmöglichkeiten bieten. Kampfdarstellungen sind so dargestellt, dass sie deutlich als Fiktion und somit als unrealistisch erkennbar sind. Die Spielaufgaben erfordern oft abstraktes und logisches Denken.

 

Altersfreigabe ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG

Anders als Spiele ab 12 Jahren, zeigen Spiele mit der USK 16 Kennzeichnung Kampfdarstellungen und Gewalthandlung. Die Zielgruppe sind unter anderem auch Erwachsene. Die Spiele handeln meistens von Kämpfen und Konflikten welche unter anderem mit Waffen gelöst werden können. Das Spielprinzip ist oft spannend und taktisch. Der Spieler steht unter höherem Handlungsdruck um seine Spielaufgabe zu erfüllen. Kampfdarstellungen werden gezeigt, jedoch nicht explizit dargestellt.

 

Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG

Spiele ohne Jugendfreigabe sind ausschließlich für Erwachsene geeignet. Es werden gewalttätige und verängstigende Spielkonzepte gezeigt, meist in einem düsteren und realitätsnahen Spielprinzip mit einem hohen Grad an virtueller Gewalt gegen menschlich gestaltete Spielfiguren. Die Spielumsetzung verlangt einen hohen Grad an sozialer Reife.

Screenshot Doom USK 18

Das Bild stammt aus dem Egoshooter Doom mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren

“Darf ich mal bitte deinen Personalausweis sehen?”

Das Ergebnis der Prüfung ist für den Einzelhandel bindend. Das bedeutet also, dass Spiele unter keinen Umständen an Kinder und Jugendliche verkauft werden dürfen, die jünger sind als die Altersfreigabe. Verstöße gegen diese Regelung werden mit Bußgeldern von bis zu 50 000 Euro geahndet.

Wenn du dir nicht sicher bist, welches Spiel das Richtige für dein Kind ist, kannst du in unserem Forum einen unserer Pädagogen mit einschlägiger Medienerfahrung um Rat fragen.

Wertvolles Hilfsmittel auf das man sich nicht nur verlassen darf

Die USK Kennzeichnungen sind ein wertvolles Hilfsmittel für die Entscheidung, welches Spiel grundsätzlich für die jeweilige Altersgruppe geeignet ist. Es ist aber kein Garant dafür, dass das Spiel auch pädagogisch wertvoll oder unter pädagogischen Standpunkten zu empfehlen ist. Die USK prüft lediglich die Grunddarstellung nach verschiedenen Kriterien und die Wirkung auf die Kinder und Jugendlichen. Grundsätzlich entscheiden Eltern zu Hause welches Spiel gespielt werden darf.

Welche Spiele spielt dein Kind zu Hause? Schreib es uns in die Kommentare!

 

 

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