Mit Kindern über den Krieg sprechen

“Mama ich habe Angst…”

Beinahe täglich werden wir mit Meldungen über Krieg und Terror überschwemmt. Im Fernseher laufen schreckliche Bilder ab, die uns Angst machen und das Gefühl vermitteln, dass die Welt von Tag zu Tag grausamer wird. Verletzte und tote Menschen, zerbombte Städte und immer wieder Terror. Diese Bilder sind nur schwer zu verdauen und hat man sie einmal im Kopf bleiben sie. Die Zukunft scheint ungewiss und die Angst ist allgegenwärtig. So geht es uns Erwachsenen wenn wir mit all dem Leid und Elend konfrontiert werden. Der Kopf ist kaum in der Lage das alles zu erfassen, geschweige denn zu verarbeiten.  Wenn es uns schon so geht, was löst das dann erst in einem Kind aus? Welche Gedanken gehen in einem kleinen Wesen vor, wenn es mit solchen Themen konfrontiert wird?

 

Mit Kindern offen über den Krieg sprechen

Auch wenn man die Kleinsten am liebsten vor allem Grausamen fernhalten möchte, haben sie ein Recht Fragen zu stellen. Eltern ist oft nicht bewusst, dass Kinder über die Massenmedien viel mehr von Krieg und Terror mitbekommen, als sie sich vorstellen können. Hinzu kommt, dass Flüchtlingskinder den selben Kindergarten oder die selbe Schule besuchen. Der Alltag gestaltet sich zwischen unseren Kindern und Kindern, deren Freunde und Familien noch immer im Krisengebiet leben. Es kommt automatisch zu Gesprächen untereinander und es entwickelt sich immer mehr Gesprächsbedarf.

Bei vielen Eltern löst der Gedanke über solch schwierige Themen zu sprechen verständlicherweise Unbehagen aus. Trotzdem ist es wichtig, dass Kinder mit der Angst vor Krieg und Terror nicht alleine gelassen werden. Der französische Schriftsteller Claude Roy sagte einmal: „Das Böse und das Unglück existieren. Kinder haben ein Recht auf Wahrheit, auch wenn sie manchmal weh tut.“

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Kinder altersgerecht auffangen

Kinder, die zwischen drei und sieben Jahre alt sind reagieren insbesondere auf Töne und Bilder verletzter Kinder. Hat eine Konfrontation stattgefunden ist es wichtig, dass Eltern umso mehr das Gefühl von Sicherheit vermitteln, indem sie das Kind emotional auffangen. Fühlt sich das Kind wieder sicher nimmt automatisch auch die Angst ab. Wenn gezielte Fragen gestellt werden sollten die Eltern nicht weit ausholen und keine Antworten auf ungestellte Fragen geben. Besser ist es das Kind scheibchenweise, in klarer und einfacher Sprache zu informieren. Sätze, die gezielt Angst schüren sollten auf jeden Fall vermieden werden. Der Gedanke, dass das Kind den Schutz der Eltern in diesen Momenten braucht und sucht sollte immer im Vordergrund stehen. Kinder spüren es, wenn Mama und Papa selbst Ruhe und Zuversicht ausstrahlen und übertragen das auf sich selbst. Auf die Frage nach dem „Warum“ reicht es von bösen Menschen zu sprechen. Weitläufigere Erklärungen und Erläuterungen von verschiedenen Religionen usw. würden die Kinder nur überfordern und ihren Horizont übersteigen. Auf gar keinen Fall sollten Eltern ihren Kindern Bilder oder Filme über Krieg und Terror zeigen.

Bei Kindern zwischen acht und zwölf Jahren ist das Gefühl der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins vordergründig. Auch hier gilt: nicht verdrängen, sondern durch altersgerechte Gespräche negative Gefühle auffangen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann man je nach Situation auch in Diskussion gehen und über soziales Engagement nachdenken, denn wer hilft tritt der Hilflosigkeit entgegen.

 

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Bestimmt wird alles gut – Kirsten Boie (ab 6 Jahren)

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Bildquelle: PANGI|Shutterstock.com

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