Mobbing unter Kindern

Was ist Mobbing?

Mobbing kommt vom englischen “to mob“, was so viel bedeutet wie „pöbeln“.

Mobbing bezieht sich auf alle Situationen, in denen Menschen systematisch und wiederholt schlecht behandelt und zum Opfer von Angriffen von einer oder mehreren Personen wer­den.

Um von Mobbing sprechen zu können, gibt es mehrere Merkmale:

  • Kräfteungleichgewicht: Das Mobbing Opfer steht immer allein und ist einem oder mehreren Mobbern und den Mitläufern gegenübergestellt.
  • Häufigkeit: Die Übergriffe auf das Opfer kommen mindestens einmal pro Woche vor.
  • Dauer: Die Übergriffe erfolgen bereits über einen längeren Zeitraum (Wochen oder Monate).
  • Konfliktlösung: Das Opfer ist aus eigener Kraft nicht in der Lage, das Mobbing zu beenden. Dies geht nur durch Hilfe von außen.

 

Verprügeln oder Ignorieren. Mobbing unter Kindern hat verschiedene Gesichter.

Mobbing kann mehrere Erscheinungsformen haben.

  • Mobbing durch körperliche Gewalt wie Verprügeln, Sachbeschädigungen, Erpressung oder Nötigungen. Weitere Beispiele sind Diebstahl, zerstören von Unterrichtsmaterialien, beschä­digen von Kleidungsstücken oder sexuelle Belästigung.
  • Mobbing durch verbale Äußerungen bezüglich des Verhaltens, des Aussehens oder der Leistungen. Auch das Zurückhalten wichtiger Informationen, das Auslachen, verletzende Bemerkungen, ungerechtfertigte Anschuldigungen, das Erfinden von Gerüchten und Ge­schichten über den Betroffenen, das Verpetzen oder die Androhung von körperlicher Gewalt zählen hierzu.
  • Mobbing durch stillschweigen, verachten, ignorieren und aus der Gemeinschaft ausschlie­ßen.
  • Mobbing mit technischen Hilfsmitteln meint Belästigungen, Nötigungen, Bedrängungen von Personen mit Hilfe von beispielsweise einem Handy oder dem Internet. Darunter zählen Be­leidigungen in Chats oder sozialen Netzwerken, Bildmanipulation, gewaltandrohende Kurz­nachrichten, Videos im Internet oder das verbreiten von Gerüchten. Seit Handys eine Ka­mera und einen Internetzugang besitzen, steigt diese Art des Mobbings stetig an.

 

Mitläufer oder Opfer. Welche Personen sind beim Mobbing unter Kindern beteiligt?

In Mobbingsituationen können mehrere verschiedene Rollen beobachtet werden.

In einer Klasse sind an einer Mobbingsituation meist nur wenige Kinder aktiv beteiligt. Neben dem Opfer sind es in der Regel ein oder zwei Mobber, sowie einige Mitläufer.

Das Opfer ist den Angriffen des Täters ausgesetzt und kann sich nur selten zur Wehr setz­ten. Meist bekommt das Opfer keine oder nur wenig Unterstützung von Mitschülern, sondern steht alleine da.

Der Psychologe und Mobbingforscher Olweus unterscheidet zwischen zwei Typen von Mob­bingopfern an Schulen:

  • passives Opfer
  • provozierendes Opfer

Die passiven Opfer sind im Allgemeinen ängstlicher und unsicherer. Sie sind empfindlich, vorsichtig und schweigsam, und lehnen sehr oft Gewalttätigkeit ab. Nach Olweus signalisiert das Verhalten der Opfer ihrer Umgebung, dass sie Angst haben und es nicht wagen, sich gegen den Störenfried zu wehren, wenn sie angegriffen werden.

Seltener ist das provozierende Mobbingopfer, das im Allgemeinen unkonzentriert und nervös ist. Sein Verhalten schafft Ärger und ein angespanntes Verhältnis. Dies kann in seinem Umfeld negative Reaktionen auslösen.

Der Mobber übt die Angriffe auf sein Opfer aus. Meist sind es ein oder zwei Täter zur selben Zeit. Die Täter sind am aktivsten am Mobbing beteiligt.

Die Mitläufer machen manchmal bei den Übergriffen mit, weil sie Angst haben, sonst selbst zum Opfer zu werden. Oft wird die Ernsthaftigkeit der Situation auch nicht erkannt.

Die restlichen Kinder in der Klasse nehmen nicht aktiv am Mobbing teil, stehen jedoch auch nicht hinter den Opfern. Untersuchungen haben gezeigt, dass in einer Klasse circa 90 % aller Schüler über den Mobbingfall Bescheid wissen, aber ein Handeln nicht für nötig empfinden.

Wie häufig kommt Mobbing unter Kindern an Schulen vor?

Experten beziffern die Anzahl der gemobbten Kinder und Jugendlichen in deutschen Schulen auf circa 500 000 Kinder pro Woche. In wie weit diese Zahl aussagekräftig ist, ist nicht geklärt, da viele Mob­bingfälle erst gar nicht bemerkt werden.

Die Grundlagen für Mobbingsituationen werden bereits sehr früh gebildet. Mobbing kommt an Grundschulen wesentlich häufiger vor, als an weiterführenden Schulen. Das heißt, je älter das Kind ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es zum Mobbingopfer wird.

Das Risiko, Mobbingopfer zu werden, nimmt zwar ab, die Dauer und damit auch die Intensi­vität der Situationen nehmen jedoch zu. Oft bleiben die Opfer über Jahre in ihrer Rolle, so steigt auch das Risiko als Erwachsener erneut Mobbingopfer zu werden.

Je älter die Kinder, desto seltener, aber auch desto stabiler wird ein Mobbingfall. Es sind jedoch bestimmte Arten des Mobbings in verschiedenen Jahrgangsstufen zu be­obachten.

In der Grundschule scheint häufiger Mobbing in Form von Ausgrenzung aufzutreten, wenn zum Beispiel sportlich ungeschicktere, “brav” aussehende Mitschüler körperliche Eigenheiten zeigen.

Gegen Ende der Grundschulzeit – Beginn der weiterführenden Schulen, bestimmen Mode­normen, Verhaltensnormen im Unterricht und beginnende gegengeschlechtliche Freund­schaften, wie zum Beispiel Eifersucht und Rivalität das Mobbing.

In den darauffolgenden Jahren entsteht Mobbing oft wegen des enormen Konkurrenzdrucks.

 

Geschlechterunterschied. Mädchen oder Jungen?

Nach Untersuchungen im Jahre 2010 steht fest, dass Jungs meist häufiger in Mobbingsituati­onen involviert sind, als Mädchen. Sowohl als Opfer als auch als Täter treten sie häufiger in Erscheinung. Während die Zahl mobbender Mädchen mit zunehmendem Alter abnimmt, bleibt die der Jungen, die Täter sind, in allen Jahrgangsstufen praktisch gleich.

Während Mädchen eher hinter dem Rücken des Opfers agieren (ausgrenzen, Gerüchte ver­breiten), gehen Jungen eher offen (Beschimpfungen, körperliche Angriffe) gegen das Opfer vor.

 

Vier Phasen Modell – Wann beginnt Mobbing

Mobbing verläuft meist in vier Phasen. Eine zeitliche Abgrenzung ist nur schwer zu treffen und kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein.

 

Erste Phase – Aufbau eines Konflikts

In der ersten Phase entsteht meist ein Konflikt. Oft ist der Konflikt so banal, dass ein einfa­ches Gespräch helfen würde. Bleibt der Konflikt bestehen, kann es zur Eskalation kommen und es kommt zu Angriffen.

Zweite Phase – Mobbingsituationen häufen sich

Die Angriffe und Beleidigungen häufen sich. Die Opfer sind bereits zu Außenseitern gewor­den und das Selbstvertrauen ist empfindlich gestört. Sie rutschen fast automatisch in die Verteidigungs- oder Opferrolle.

Dritte Phase – Einmischung

Außenstehende Personen erkennen das Mobbing und mischen sich ein oder ignorieren die Situationen. Das Verhalten des Mobbers und des Gemobbten werden immer auffälliger und offensichtlicher.

Vierte Phase – Ende

Die Rollen sind festgefahren und die Situationen sind ohne Hilfe von außen nicht mehr zu klären. Das Opfer hat zu diesem Zeitpunkt meist schon mit schwerwiegenden psychischen Problemen zu kämpfen.

 

“Warum ausgerechnet ich?”

Man Mobbing nicht auf bestimmte Täter- und Opferpersönlichkeiten zurückführen, sondern meist auf das Schulklima. Oft führt Mobbing unter den Schülern auf ihren Konkurrenzkampf zurück, so wie er von fast allen Unterrichtsformen gefördert wird.

Es gibt jedoch auch verschiedene Modelle, welche versuchen die Ursachen zu erklären und zu benennen. Die sozioökologische Ursachen und die entwicklungspsychologische Ursa­chen.

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Sozioökonomische Aspekte

Die finanzielle Lage der Eltern kann einen Einfluss auf die Entstehung von Mobbing haben. Können sich Eltern gewisse Marken- und Trendartikel für ihre Kinder nicht leisten, kann das ein Grund sein, jemand zum Außenseiter und somit zum Mobbingopfer wird.

Auch anders zu sein als der Großteil der Gruppe, kann zu Mobbing führen. Hierzu zählen Nationalitäten, Religion oder die Sprache.

Falsche Vorbilder, wie zum Beispiel im Fernseher oder in der Umgebung, können ebenfalls zu Mobbing beitragen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die familiäre Situation, die soziale Situation, die Herkunft, bestimmte Verhaltensweisen oder Eigenschaften und noch vieles mehr es ausma­chen, ob ein Kind Angst davor haben muss, selbst einmal Opfer von Mobbing zu werden.

Entwicklungspsychologischer Aspekt

Im Zentrum von Mobbingprozessen steht die Umwandlung eines Ohnmachtsgefühls. Innere Leere, die mit Unsicherheit einhergeht, wollen die Betroffenen auf diese Weise in ein Allmachtsgefühl umwandeln. Dabei wird in den meisten Fällen Gewalt angesetzt oder ange­droht.

Persönlichkeitszüge bei Opfern und Tätern

Bestimmte Persönlichkeitszüge der Opfer kann das Mobbing fördern. Schüler die überange­passt sind, ängstlich oder ein geringes Selbstwertgefühl haben, werden schneller zum Mob­bingopfer. Auch Hilflosigkeit oder eine geringe Frustrationstoleranz spielen eine große Rolle. Ist ein Kind besonders gutgläubig und vertrauensvoll, kann es sein, dass diese nicht die nö­tige soziale Gewandtheit zeigen, um den Angriffen der Täter die Stirn zu bieten. Dies bedeu­tet, dass sie eher mit Rückzug und Tränen, anstatt sich zur Wehr setzen und die Übergriffe eher ignorieren.

Bei Tätern sind häufig folgende Tendenzen zu beobachten. Demonstration von Stärke und Macht, körperliche und geistige Überlegenheit, Steigerung des Selbstwertgefühls, Kompen­sation von Schwächen, oder das sogenannte Führerverhalten. Dies bedeutet, dass die Täter oft Anhänger oder Mitläufer haben. Die Täter halten sich meist für etwas Besseres und zei­gen dies lautstark und wollen sich von den anderen bürsten um Respekt und einen Status zu erreichen.

Warum wenden sich Mobbingopfer nur selten an Erwachsene?

Für Eltern und Pädagogen ist es wichtig zu verstehen, warum sich das Kind ihnen nicht ohne weiteres anvertraut. Neben der Scham, vor den Mitschülern noch mehr das Gesicht zu ver­lieren, gibt es noch zwei weitere naheliegende Gründe.

Das Kind hat Angst, dass die Erwachsenen das Problem auch nicht lösen können und die Situation so noch verschlimmern. Diese Vermutung wird oft bestätigt und durch überschnel­les und unüberlegtes Handeln bestärkt. Manchmal fürchten Kinder aber auch, nicht ernst genommen zu werden und mit ungeeigneten Ratschlägen abgewimmelt zu werden.

Außerdem kommt es häufig vor, dass sich die Selbsteinschätzung der Kinder durch die an­dauernden Beleidigungen verändert und sie allmählich glauben, dass sie für die schwierige Situation tatsächlich selbst verantwortlich sind.

In diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Mobbing vor allem ein Jungenproblem darstellt, von Bedeutung. Denn für Jungen gilt nach wie vor oft das ungeschriebene Gesetz „Männer müssen ihre Probleme selber lösen“. Denn oft gelten Jungen, die Hilfe bei Erwach­senen suchen, als Petze oder laufen Gefahr, den Rückhalt in der Jungengruppe zu verlie­ren.

 

Welche Auswirkungen hat Mobbing auf die Opfer? Signale für Mobbing.

Mobbing unter Kindern kann das Verhalten der Opfer in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Das Opfer selbst kann beim Mobbing sowohl an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen als auch an Ansehen in der Gemeinschaft  (in der Schule, die Klasse) verlieren. Dabei kann es zu den verschie­densten Verhalten kommen.

Zu Hause kann es vorkommen, dass die Betroffenen bedrückt aus der Schule kommen und häufig aggressiv oder launisch auf Handlungen oder Äußerun­gen von beispielsweise Familienmitgliedern reagieren. Zudem weisen viele Opfer ein unge­wöhnliches, z.B. isolierendes Verhalten auf. Dabei zieht er oder sie sich oft alleine zurück und/oder konsumiert in erhöhter Form Medienangebote. Durch das geringere Ansehen in der Klasse finden die Leidtragenden wenige oder gar keine Freunde und Einladungen zum „Spielen“ oder Geburtstagsfeiern bleiben aus. Daraus kann auch ein Desinteresse an Hob­bys resultieren.

In der Schule kann es zu einem Leistungsabfall kommen, welcher oft mit der allgemeinen Unsicherheit der Kinder zusammenhängt. Das kann so weit gehen, dass die Kinder nicht mehr in die Schule gehen wollen, also eine regelrechte Schulangst entwickeln. Häufig wird dann die Schule geschwänzt, wenn der Leidensdruck für die Opfer nicht mehr auszuhalten ist. Oft ist auch der Schulweg selbst eine Belastung. Beim sogenannten „Schulweg-Mobbing“ werden die Kinder bereits in Bus oder Bahn schikaniert.

Eltern können Mobbing unter Kindern aber zum Beispiel auch daran erkennen, wenn die Kinder immer wieder mit kaputter Kleidung oder Schulsachen nach Hause kommen bzw. immer wieder äußern, dass sie angeblich Geld verloren hätten, welches sie wohl an die Mobber abgeben mussten.

Zu dem hinzu tauchen bei vielen „Gemobbten“ auch körperliche Beschwerden auf. Darunter fallen Kopf- oder Bauchschmerzen, Übelkeit oder ähnliches. Diese treten dann oft kurz vor Schulbeginn, z.B. am Sonntagabend, auf.

Zusammengefasst kann man sagen, dass sich Mobbing unter Kindern auf die gesamte Persönlichkeit auswirken kann und sowohl den Bereich der physischen Schädigung, in Form von Verlet­zungen, der psychische Schädigung (z.B. Verringerung des Selbstbewusstseins), der psy­chosomatische Reaktionen (wie: kein Appetit, Albträume, Schlafstörungen oder Bauch­schmerzen) und sonstige Reaktionen im Alltag (z.B. Unkonzentriertheit, Schwänzen Rückzug oder gar Depressionen und Suizidgedanken) betroffen sein kann.

 

Wie kann man den Opfern helfen und wie sollten sich die einzelnen Personen verhalten?

Personen die von Mobbing betroffen sind können sich meist nicht selbst wehren und brau­chen Unterstützung von außen.

Opfer

Die Schüler, die von Mobbing betroffen sind, sollten die Scham überwinden versuchen selbst den Mut entwickeln, sich Hilfe zu suchen um das stille vor sich hin leiden zu beenden. Zu­dem kann ein Austausch mit anderen Betroffenen über beispielsweise das Internet helfen und einen Weg aus der Opferspirale aufzeigen.

Eltern

Für viele Eltern ist es schwer bei Mobbingverdacht ruhig zu bleiben und angemessen zu Handeln. Dabei ist das in solchen Fällen umso wichtiger, da ihr Verhalten im schlimmsten Fall, die Situation für ihr Kind sogar noch verschlimmern könnte.

Die Eltern des Opfers sollten es nach Möglichkeit vermeiden mit den Eltern des Täters zu sprechen. Dabei kann es nämlich zu Kommunikationsstörungen kommen, bei denen die Vorwürfe nicht nachvollzogen werden können. Eventuell kann die Situation sogar soweit es­kalieren, dass die Eltern des Täters, die Eltern des Opfers und das Opfer selbst „angreifen“ und  ein jahrelanger Streit entsteht. Auch sollten es die Eltern des Leidenden nicht den di­rekten Kontakt zu dem Täter suchen. Damit wird dem Täter vermittelt, dass ihr Kind nicht selbst in der Lage ist Konflikte zu lösen. Oft führt dies dazu, dass das Mobbing sogar noch gefestigt wird.  Gespräche zwischen Eltern und Lehrer sollten möglichst ohne Beisein von Kindern stattfinden. Nur so können Ängste und Sorgen offen mitgeteilt werden. Das Opfer sollte diese Äußerungen nicht ungefiltert mitbekommen, da sonst ein Schuldgefühl geweckt und bestärkt werden könnte.

Ein oft gemachter Fehler ist, dass die Schuld beim eigenen Kind gesucht wird. Mit Sätzen wie. „ Was hast du denn gemacht?“ bringen Kinder zum zweifeln und animiert sie dazu die Schuld bei sich selbst zu suchen. Die Op­fer (auch verhaltensauffällige Kinder) haben nie den Konflikt gesucht. Auch raten mache El­tern ihren Kindern sich in Form von (Gegen-)Gewalt zu wehren und so ihre Probleme zu lö­sen.  Aber gerade das kann den Tätern „in die Karten spielen“ . „Der hat aber angefangen“ ist dann ein typischer Satz der fallen wird. Durch den Einsatz von Gewalt, kann es dazu kommen, dass sich der Konflikt einfach nur ausweitet und auf eine andere Ebene verlagert wird.

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Das Gegenteil hierzu sollte allerdings auch kein Lösungsweg sein. Die Eltern sollten ihrem Kind nicht den Rat und die Mittel geben, sich frei zu kaufen. Daraufhin folgt meist der genau falsche Effekt und der Täter macht positive Erfahrung mit Mobbing und kann das Op­fer weiter „ausnehmen“.  Der Weg zur Polizei oder einer Strafanzeige sollte nur im absoluten Notfall in Betracht kommen. Dies wird das Verhältnis zwischen den Betroffenen nur weiter zuspitzen und dem Ansehen des Kindes im Klassenverband weiter schaden.

Eltern sollten dabei alle Entscheidungen und Schritte mit dem Kind absprechen, sodass das Kind bei der Lösung des Problems direkt beteiligt ist. Dabei macht das Kind die Erfahrung Probleme –mit Hilfe von außen- allein zu lösen und wird bei den einzelnen Schritten nicht in Situationen kommen, bei denen es überfordert, hilflos oder unvorbereitet ist.

Zusammengefasst sollten Eltern, Lehrer und Erzieher die Warnsignale vom Mobbing kennen und erkennen und das Kind bei dem Problem ernst nehmen. Bei Verdacht auf Mobbing soll­ten die Eltern aber nicht vorschnell handeln wollen sondern mit Schule und/oder Hort zu­sammenarbeiten. Wenn nötig kann auch der Kontakt zu Schulleitung, dem Elternbeirat oder einer Beratungsstelle gesucht werden.

Lehrer/Schule

Die Schule in Vertretung durch die Lehrer muss einen klaren Standpunkt gegen Mobbing unter Kindern beziehen. Sie sol­len den Schülern, sowohl den Betrachtern als auch den Tätern, einen Perspektivenwechsel ermöglichen und psychische Folgen für die Betroffenen offen legen. Sie nehmen dabei eine schützende und unterstützende Rolle ein, bei denen Gespräche sowohl mit den Opfern als auch mit den Täter stattfinden sollen wenn nicht sogar müssen. Dabei sollen sie Schüler er­mutigen Probleme mitzuteilen und die einzelnen Parteien zusammenführen um diese aktiv an einer Problemlösung zu beteiligen.

Erzieher

Die Rolle des Erziehers bzw. der Erzieherin ist hier stark mit der des Lehrers zu vergleichen. Auch ihm/ihr ist eine unterstützende und Schutz und Sicherheit bietende Rolle zugewiesen.

Welche Methoden gegen Mobbing unter Kindern gibt es?

Der erste Weg sollte in jedem Fall, sowohl von Eltern, Lehrer oder Erzieher ein Gespräch mit dem betroffenen Kind sein. Dabei ist es wichtig, dass ein gewisses Vertrauensverhältnis bereits vorhanden ist. Beim Gespräch selbst gibt es sowohl im Hinblick auf Inhalt, als auch auf Atmosphäre einige Punkte zu beachten.

Das Gespräch sollte in einer ruhigen Atmosphäre, ohne Nebengeräusche von Fernseher, Radio oder spielenden Geschwisterkindern, stattfinden. Während des Gespräches ist es wichtig aktiv zu zuhören und die erzählten Probleme ernst zu nehmen. Das Kind soll dabei spüren, dass ernsthafte Interesse und Bereitschaft zur Hilfe vorhanden sind.  Die Gespräche sollten sich dabei nicht in eine Art Verhör  entwickeln, da sich das Kind sonst bedrängt oder genervt fühlt. Die Ergebnisse des Gesprächs sollten dann, natürlich nach Absprache mit dem Kind, auch an die anderen Betroffenen Parteien (Eltern/Lehrer/Erzieher)  möglichst genau weitergegeben werden.

Bei den Eltern ist dabei zu beachten, dass sie durch manche Schilderungen eventuell selbst wütend oder traurig werden. Sollten dabei Probleme auftreten, ruhig zu bleiben, sollte über­legt werden das Gespräch vorerst zu beenden und zu einem anderen Zeitpunkt wieder aufzunehmen.

 

Wie kann ich helfen und unterstützen?

Der erste Weg sollte in jedem Fall, sowohl von Eltern, Lehrer oder Erzieher ein Gespräch mit dem betroffenen Kind sein. Dabei ist es wichtig, dass ein gewisses Vertrauensverhältnis bereits vorhanden ist. Beim Gespräch selbst gibt es sowohl im Hinblick auf Inhalt, als auch auf Atmosphäre einige Punkte zu beachten.

Das Gespräch sollte in einer ruhigen Atmosphäre, ohne Nebengeräusche von Fernseher, Radio oder spielenden Geschwisterkindern, stattfinden. Während des Gespräches ist es wichtig aktiv zu zuhören und die erzählten Probleme ernst zu nehmen. Das Kind soll dabei spüren, dass ernsthafte Interesse und Bereitschaft zur Hilfe vorhanden sind.  Die Gespräche sollten sich dabei nicht in eine Art Verhör  entwickeln, da sich das Kind sonst bedrängt oder genervt fühlt. Die Ergebnisse des Gesprächs sollten dann, natürlich nach Absprache mit dem Kind, auch an die anderen Betroffenen Parteien (Eltern/Lehrer/Erzieher)  möglichst genau weitergegeben werden.

Bei den Eltern ist dabei zu beachten, dass sie durch manche Schilderungen eventuell selbst wütend oder traurig werden. Sollten dabei Probleme auftreten, ruhig zu bleiben, sollte über­legt werden, ob das Gespräch nicht von einer anderen (Vertrauens-)Person fortgesetzt werden sollte.

Praktische Methoden für Betroffene

Wutabbau

Da sich in Mobbingopfern verständlicherweise eine Menge Wut sammelt, ist es eine durch­aus angemessene Methode diese gezielt abzubauen, sodass dieses nicht gegen Eltern, Ge­schwister oder andere Menschen gerichtet wird.  Eine Möglichkeit wäre es dem Kind einen Boxsack zur Verfügung zu stellen, den es sowohl anschreien kann und an dem es sich abre­agieren kann. Auf diese Weise können negative Gefühle auf gesunde Art und Weise abge­baut werden. So wirkt die Körperliche Betätigung und Verausgabung wie eine Art Ventil. Da­bei sollte das Kind nicht beruhigt oder beschwichtigt werden, da es sonst noch wütender werden könnte.

Formulieren von Überzeugungssätzen

Das anhaltende Mobbing unter Kindern wird über kurz oder lang das Selbstvertrauen an­greifen. Das könnte sich in der Schule so äußern, indem Aussagen von Mitschülern als Mobbing interpretiert werden, obwohl diese gar nicht so gemeint sind oder das Opfer allem mit einer großen Vorsicht entgegen tritt. Mit dem Formulieren von Überzeugungssätzen soll dem entgegen gesteuert werden. Dabei sollen die Sätze eindeutig formuliert und korrekt, positiv formuliert und in der Jetztzeit formuliert sein. Diese Sätze sollen Anfangs täglich min­destens 20-mal laut wiederholt werden. Beispiele:

  • „Ich gehe jeden Tag gerne in die Schule!“
  • „Meine Mitschüler helfen mir!“
  • „Wenn ich in der Schule geärgert werde, wehre ich mich erfolgreich!“

 

Belohnungssystem/Tokensystem

Ein Token- oder Belohnungssystem ist eine Möglichkeit, dem Kind zu neuer Motivation für den unangenehmen Schulweg und Schulbesuch zu verhelfen. Nach jedem erfolgreich absol­vierten Schultag darf das Kind dann beispielsweise in einer Tabelle am jeweiligen Tag einen Stempel machen. Sind dann genügend(vorher ausgemacht) Stempel gesammelt, kann eine Belohnung eingeholt werden. Diese könnten in Form von gemeinsamen und für das Kind interessante Aktivitäten stattfinden.

Mobbing Tagebuch

In einem Mobbingtagebuch können erlebte Ereignisse zu Papier gebracht werden. Das hilft dabei die Ereignisse genauer wiederzugeben, da die Täter oft die Tat leugnen und dem Op­fer die Schuld zu weisen. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass nicht schon kleinere Vorfälle sofort als Mobbing aufgefasst und überdramatisiert werden. Auch sollten bei jedem Eintrag auch positive Erfahrungen aufgezählt werden, da sonst nur das negative im Vordergrund steht.

Dabei sollten vor allem die Stärken des Kindes im Vordergrund liegen. So ist es leichter für das Kind positive Erfahrungen zu sammeln und das Selbstvertrauen nach und nach wieder aufzubauen. Durch steigendes Selbstvertrauen passen sich auch die Körperhaltung und das allgemeine Auftreten in gewisser Weise an und geben Signale an die Mobber. Die äußere Erscheinung hilft dem Kind dabei Grenzen klar(er) zu setzen um beispielsweise zu sagen „mit mir nicht!“ oder „lass mich sofort in Ruhe!“. Damit verbunden kann die Körperhaltung und auch das laute und klare Äußern von Verteidigungssätzen zu Hause geübt werden, um vorhandene Hemmungen abzubauen.

Klassen-  oder Schulwechsel

Sollte wirklich nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt. Zum einem signalisiert diese Reaktion den Tätern dass sie einen „Sieg“ errungen haben und umgekehrt fühlt sich das Opfer als „Verlierer“. Zudem ist zu bedenken, dass Mobbing auch oft außerhalb der Klassen, z.B. auf dem Schulhof, stattfindet.

Hinzu kommen Faktoren, welche das Kind zusätzlich belasten können. Neue und unbe­kannte Lehrer, Mitschüler, Unterrichtstoffe und Schulwege, können das Kind wieder/weiter verunsichern und sofort wieder in die Außenseiterrolle drängen.

 

Hier findest du weitere Informationen und Hilfe

http://www.mobbing-hilfe.de/

https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/buecher/produkt_produktdetails/2640-das_anti_mobbing_elternheft.html

 

Bildquelle Titelbild: Syda Productions|Shutterstock.com

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